Aktuelle Jazzspots

Jazz Spots Juli 2020

 

05. Juli

Das heutige Blatt unseres Jazz-Kalenders verweist auf den 5. Juli 1935 – somit genau 85 Jahre zurück – da entstanden in New York für die Marke Vocalion vier Aufnahmen, die auf zwei Schellack-Schallplatten veröffentlicht wurden: Wingy Manone war mit seiner Band, Orchestra genannt, zu der Session in Studio gekommen – das waren neben dem Bandleader und Trompeter Manona – er lebte von 1900 bis 1982 – Matty Matlock, Klarinette, Eddie Miller, Tenorsax, Harry Goodman, Bass und Ray Buduc am Schlagzeug. Wie gesagt, 4 Titel wurden aufgenommen – hören Sie davon „Let’s Swing it out“, zu dem Wingy Manone auch singt – heute vor 85 Jahren aufgenommen.

 

12. Juli

Das Kalenderblatt des morgigen Tages, des 13. Juli, vermerkt, dass der spätere Klarinettist George Lewis, eine Ikone der New Orleans Jazz genannten Musik, vor 120 Jahren, nämlich am 13. Juli 1900 in New Orleans geboren wurde. Er war einer der vielen Musiker, die New Orleans in den 1920er-Jahren nicht in Richtung New York oder Chicago verlassen hatte, spielte weiter in kleineren Besetzungen und der Eureka Brass Band – zeitweilig neben einer hauptberuflichen Tätigkeit als Hafenarbeiter in den 1930er-Jahren. Daher galt er als Repräsentant des echten New Orleans Jazz. Und als Vertreter des Jazz, der ab Mitte der 1930 Jahre als Ursprung des Jazz herausgestellt wurde, kam Lewis so Anfang der 1940er Jahre, als er Aufnahmen mit dem wiederentdeckten Trompeter Bunk Johnson gemacht hatte und ab Mitte der 1950er Jahre zu weltweiter Popularität und spielte viele erfolgreiche Schallplatten ein. Eine seiner bekanntesten Aufnahmen von George Lewis – eigentlicher Name: George Joseph François Louis Zenon, Louis mit L O U I S – entstand am 26. Oktober 1953 zusammen mit der Sängerin Monette Moore (sie lebte von 1902 bis 1962), sang schon ab 1923 auf Platten und machte Aufnahmen mit Tommy Ladnier, Rex Stewart, Bubber Miley, Fats Waller und vielen anderen. Ihre letzte am 26. Oktober 1953, und zwar den inzwischen legendären „Burgundy Street Blues“ – nun hier zum morgigen 120. Geburtstag von George Lewis – der zu seiner eigenen Komposition auch die Klarinette spielt.

 

19. Juli

Zum heutigen Tag verweist der Jazzkalender auf den 19. Juli 1935, somit 85 Jahre zurück. Da spielte der Pianist, Bandleader und Sänger Bob Howard, (er lebte von 1906 bis 1986) in New York zwei Titel für eine Decca-Schallplatte ein. Bob Howard, eigentlich Howard Joyner, spielte und sang in der Art von Fats Waller, war durchaus erfolgreich auch mit seinen Schallplatten, erreichte jedoch nicht Wallers Popularität. Von der Plattensession vor 85 Jahren ist ausgewählt der Titel „Lost my rhythm, Lost My Music, Lost My Gal“ – überprüfen Sie selbst, ob Howard bei dieser Aufnahme wirklich keinen Rhythmus und Musik mehr besaß – in der Band, die Howard begleitete waren u.a. Cecil Scott (cl) und Cozy Cole (dr). Heute vor 85 Jahren aufgenommen.

 

26. Juli

80 Jahre vom heutigen Tag zurück, am 26. Juli 1940, da ging der Pianist Arthur Tatum, genannt Art Tatum – er lebte von 1909 bis 1956 – in Los Angeles ins Studio und spielte vier Piano-Soli für zwei DECCA-Schallplatten ein – alles Standards. Darunter nahm der Piano-Virtuose auch die Komposition und den Erfolgstitel seines Kollegen Earl Hines, „Rosetta“, auf, nicht ohne auf Eigenarten des Komponisten Earl Hines und dessen Spielweise ironisch anzuspielen. Somit also dieses „Rosetta“, welches das meisterhafte Improvisationstalent und die Virtuosität von Art Tatum belegt – heute vor 80 Jahren in New York aufgenommen.

 

Redaktion: Gerhard Klußmeier