HLR-Aktuell

Aktuelle Jazzspots

7. April

Das Datum im historischen Jazz-Kalender zeigte gestern, am 6. April an, dass vor 95 Jahren in Chicago, 1924, eine Dorothy Donegan geboren wurde, die später eine hervorragenden Jazz-Pianistin wurde. Sie lebte bis 1998, wurde in Deutschland allerding weniger bekannt.

Dorothy Donegan wuchs in Chicago auf und erhielt mit 6 Jahren Klavierstunden. In den frühen 1940er Jahren war sie der Schützling von Art Tatum; 1942 nahm sie ihre erste Platte auf, arbeitete dann zunächst in Cocktail Bars. Neben Cab Calloway und W. C. Fields erhielt sie eine Rolle im Musikfilm „Sensations of 1945“, arbeitete dann auch im Theater. Doch erst ab den 1980er Jahren war sie wirklich im Musikleben anerkannt und wurde auch regelmäßig nach Europa eingeladen, wo sie beispielsweise auf dem North Sea Jazz Festival, aber auch in Clubs wie dem Wiener Jazzland das Publikum begeisterte.

Nachdem sie an einem Krebsleiden gestorben war, wurde sie 1998 in die Big Band and Jazz Hall of Fame aufgenommen. Die klassisch ausgebildete Pianistin bleibt am ehesten für ihre Boogie-Woogie-Darbietungen bekannt, obgleich sie auch Bebop, Swingjazz und klassische Musik gespielt hat.

Hören Sie Dorothy Donegan, 1979 mit dem von George Brassens geschrieben Titel „La femme d’Hector“ –Hectors Frau.

14. April

Am 14. April vor 80 Jahren, also im Jahr 1939, endete für den Posaunisten und Bandleader Jack Teagarden eine 5jährige Pause, in der er, seit 1934 keine Aufnahmen mehr unter seinem eigenen Namen hat machen können. Er spielte in der Zeit bei und mit Benny Goodman sowie vor allem bei Paul Whiteman und dessen Orchester. Am 14 April ging es für Teagarden dann wieder los und er konnte bei Brunswick wieder Aufnahmen mit seinem neu etablierten Orchester machen. Drei Aufnahmen wurden eingespielt für zwei Schallplatten, zu denen am 28. April bei einer weiteren Session die eine ja noch fehlende Aufnahme hinzu kam,

Hören Sie das erste der aufgenommenen Stücke nach dem quasi Comeback , den vom 2. Posaunisten der Band, Red Bone, arrangierten „Persian Rag“ – heute vor 80 Jahren in Schellack gepresst.

21. April

Am 21. April vor 80 Jahren, also 1939 bekam Ella Fitzgerald, festes Ensemble Mitglied im Orchester des Schlagzeugers Chick Webb, die Gelegenheit , wieder zwei Schallplatten unter ihrem Namen bei Decca aufzunehmen. Mit Musikern aus Chick Webbs Orchestra, der Leiter auch in dem „Ella Fitzgerald and her Savoy Eight“ genanntem Oktett. Hören Sie davon „If You Ever Change Your Mind“ – Ella Fitzgerald heute vor 80 Jahren in New York.

28. April

Morgen, am 29. April jährt sich der Geburtstag eines der ganz Großen der Jazzgeschichte. Am 29. April des Jahres 1899, somit vor 120 Jahren, wurde in Washington ein Edward Kennedy Ellington geboren, der als „Duke“ Ellington, also Herzog, zu einem der wahrlich einflussreichsten amerikanischen Jazzmusiker werden sollte.

In einem so kurzen Blitzlicht ist es wahrlich nicht möglich Ellington Schaffen auch nur annähernd zu würdigen – eine Spezialsendung über ihn ist aber Vorbereitung. Da fast immer Duke Ellington in Zusammenhang mit seinem Orchester und seinen herausragenden Musikern genannt wird – und das durchaus zu recht – hier in diesem Geburtstaggedenken der Musiker, der Solo-Pianist. Und das auch nicht mit einer seiner schier unzähligen eigenen Kompositionen, sondern Ellingtons Interpretation von 1941 des von Turner Layton und Henry Creamer im Jahr 1921 geschriebenen Klassikers „Dear Old Southland“

Duke Ellington, morgen vor 120 Jahren wurde er geboren und lebte bis 1974. „Dear Old Southland“.

Redaktion: Gerhard Klußmeier