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Blick unter die Fittiche – rund ums Federkleid

Blick unter die Fittiche – rund ums Federkleid

Es gibt verschiedene Arten von Federn, die alle eine wichtige Aufgabe übernehmen. Die Daunen liegen dicht am Körper und schützen den Vogel vor Wärme und Kälte. Darüber liegen die Deckfedern, die vor Schmutz und Sonne schützen und mit ihrer individuellen Färbung auch zur Tarnung dienen können. Das Fliegen ermöglichen die Schwungfedern der Flügel und die Steuerfedern am Schwanz. Besonders während der Balz werden zumeist bei den männlichen Vögeln die Schmuckfedern zur Schau gestellt. Diese sind entweder besonders schön gefärbt oder geformt und sollen die Weibchen beeindrucken. Federn haben also viele Funktionen und müssen dabei auch noch besonders leicht sein – denn würden sie zu viel wiegen, verbrauchte der Vogel beim Fliegen zu viel Energie und könnte nicht allzu lange Strecken zurücklegen.

Bild: Federkleid – © Weltvogelpark Walsrode

Die spannendsten Federfakten aufgedeckt:

Die meisten Federn:
Die meisten Federn besitzt der Zwergschwan, der im Winter etwa 25.000 Federn mit sich herumträgt. Besonders dicht ist das Federkleid am Hals und im Nacken.

Die wenigsten Federn:
Der Rubinkehlkolibri ist nicht nur sehr klein, sondern auch in wärmeren Regionen, etwa in Teilen Kanadas und den USA beheimatet. Er benötigt somit nur ein leichtes Federkleid. Insgesamt hat er etwas mehr als 900 Federn.

Die längste Feder:
Die längste Schwanzfeder im Vogelreich hat der in Südostasien beheimatete Perlenpfau. Bei einer Gesamtlänge von knapp 2,40 Metern kann allein die Schwanzfeder bei den Männchen bis zu 1,73 Meter lang werden – absoluter Rekord.

Die längste Mauser:
Einmal im Jahr kommt es bei den meisten Vogelarten zur sogenannten Mauser, bei der dem Vogel über mehrere Wochen nach und nach die alten Federn ausfallen und durch neue ersetzt werden. Damit die Flugfähigkeit nicht beeinträchtigt wird, fällt eine Feder erst aus, wenn die neue bereits nachgewachsen ist. Anders ist es bei den Papageien: Diese durchleben die sogenannte Permanentmauser, bei der sich das Gefieder in kleinen Stücken oder in Form von einzelnen Federn über das ganze Jahr erneuert. Durch diese Art der Mauser bleiben Papageien immer flugfähig.

Die bunteste Tarnung:
Auch, wenn man es auf den ersten Blick nicht vermutet – sogar bunte Federn können einem Vogel als Tarnung dienen. Bestes Beispiel ist hierfür der Gelbbrustara aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Der von unten gelb befiederte Bauch ist gegen den hellen Himmel über dem Regenwald kaum sichtbar. Die blauen Federn des Rückens sind gegen die Umgebung des dunklen Regenwaldes mit Blick von oben ebenfalls schwer zu sehen.

Die wärmste Feder:
Die verschiedenen Vogelarten sind, je nach Herkunft, unterschiedlichen Klimabedingungen ausgesetzt. Da Vögel durch ihre Federn nicht schwitzen können, suchen sie sich bei besonders hohen Temperaturen schattige Plätze oder kühlen sich ab. Anders geht es dem Kaiserpinguin – der muss in der Antarktis teilweise bis zu -70 Grad aushalten und ist deswegen mit einem speziellen Federkleid ausgestattet. Die Federn wachsen hier besonders dicht, pro Quadratzentimeter sind es zwölf Stück. Zum Vergleich: Einer Ente wachsen auf derselben Fläche nur drei Federn. Ein dichtes Federkleid wärmt auch die Pinguine in wärmeren Gefilden, denn zum Jagen müssen sie in die meist sehr kalten, aber fischreichen Meeresströmungen eintauchen. Um die Federn wasserabweisend zu machen, produzieren Pinguine in einer Drüse an der Schwanzwurzel ein ölhaltiges Sekret, das sie mit dem Schnabel regelmäßig am ganzen Körper verteilen.

Die leiseste Feder:
Eine Besonderheit haben alle Eulen gemeinsam: Sie sind dafür bekannt, lautlos zu fliegen. Grund dafür sind die besonders weichen Federn der Eulen,
die die Luft beim Fliegen auf eine besondere Art verwirbeln und dadurch keine Geräusche erzeugen. Das hat aber auch einen wichtigen Grund. Da Eulen bevorzugt in der Nacht auf Beutejagd gehen, müssen sie sich auf ihr Gehör verlassen können, um ihre Beutetiere zu orten. Zudem hören die Beutetiere selbst die Eule nicht kommen und werden so vom Angriff völlig überrascht, was den Jagderfolg erhöht.

In der Lüneburger Heide, im Dreieck zwischen Hannover, Bremen und Hamburg, liegt der Weltvogelpark Walsrode, der größte Vogelpark der Welt. Der Park beherbergt über 4.000 Vögel aus 650 verschiedenen Arten und von allen Kontinenten in einer 24 Hektar großen Garten- und Erlebnislandschaft. Besucher erleben spektakuläre Flugshows, Schaufütterungen, Vogelbabys und faszinierende Indoorattraktionen.