HLR-Aktuell

Chittagong – Schlachthof der Schiffe

Chittagong – Schlachthof der Schiffe

Ausstellungseröffnung im Ökumenischen Forum HafenCity

Chittagong (Bangladesch) ist eines der Zentren der globalen Schiffsabwrackindustrie. Auf einem kilometerlangen Strand werden Hochseeschiffe aus aller Welt in ihre Einzelteile zerlegt – unter widrigen und gefahrvollen Bedingungen für Mensch und Umwelt, ohne angemessene technische Hilfsmittel, abseits der öffentlichen Wahrnehmung.
Der Fotograf Christian Faesecke ist in den vergangenen Jahren mehrfach nach Bangladesch gereist und hat mit seiner Kamera dokumentiert, was er in den Abwrackwerften gesehen hat. Ein Teil seiner beeindruckenden Fotos ist jetzt vom 24. Mai bis zum 15. Juni im Ökumenischen Forum HafenCity in Hamburg – Shanghaiallee 12 zu sehen.

Bild: Schlachthof der Schiffe © DSM e.V.

Chittagong (Bangladesch) ist eines der Zentren der globalen Schiffsabwrackindustrie. Auf einem kilometerlangen Strand werden Hochseeschiffe aus aller Welt in ihre Einzelteile zerlegt – unter widrigen und gefahrvollen Bedingungen für Mensch und Umwelt, ohne angemessene technische Hilfsmittel, abseits der öffentlichen Wahrnehmung.
Der Fotograf Christian Faesecke ist in den vergangenen Jahren mehrfach nach Bangladesch gereist und hat mit seiner Kamera dokumentiert, was er in den Abwrackwerften gesehen hat. Ein Teil seiner beeindruckenden Fotos ist jetzt vom 24. Mai bis zum 15. Juni im Ökumenischen Forum HafenCity in Hamburg – Shanghaiallee 12 zu sehen.

Christian Faesecke beschäftigt sich seit 2014 mit dem Thema Schiffsabwrackung, das trotz vieler Bemühungen um Einhaltung europäischer Standards weiterhin zu den problematischsten in der Schifffahrtsindustrie gehört: „Wie die riesigen Containerfrachter da einfach auf dem Strand liegen und Stück für Stück auseinander genommen werden, ist ein ziemlich beeindruckender Anblick, der mich nie ganz losgelassen hat. Als ich dort war, hat mich am meisten die Dimension beeindruckt – dieser 15 Kilometer lange Strand, auf dem zwischen 150 und 200 Schiffswracks in allen Abwrackstadien liegen und die vielen Arbeiter, die unentwegt barfuß durch den knietiefen Matschstrand waten müssen, der voll von scharfkantigen Metallstücken und Ölresten ist.“

Die Ausstellung der Bilder Faeseckes möchte Bewusstsein für eines der weithin vergessenen Themen der Globalisierung wecken. Denn: wer kümmert sich in den reichen Ländern des Westens darum, was mit den Containerschiffen passiert, nachdem sie im Dienst der Globalisierung und unserer Wirtschaftskraft über die Ozeane gefahren sind? Christian Faesecke: „Alles hat seinen Preis, und oftmals sind wir nicht diejenigen, die ihn zahlen, sondern die Umwelt oder die Menschen in den Entwicklungsländern mit ihrer Gesundheit oder sogar ihrem Leben. Ich erhoffe mir von so einer Ausstellung mehr Aufmerksamkeit für die Zusammenhänge dieser globalen Verwertungskette: genau wie unser Elektroschrott werden auch die aussortierten Containerschiffe in Entwicklungsländern entsorgt. Die Leidtragenden sind dabei die Arbeiter vor Ort, die für Billiglöhne, ohne ausreichenden Arbeitsschutz und unter ständiger Gefahr für Leib und Leben diese Arbeit verrichten sowie die Natur, die noch Jahrzehnte unter dieser anhaltenden Umweltkatastrophe zu leiden hat.“

Die Deutsche Seemannsmission e.V. lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung durch Präsidentin Dr. Clara Schlaich. Christian Faesecke wird in die Ausstellung einführen. Grußworte sprechen Prof. Dr. med. Volker Harth, Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin in Hamburg und Kapitän Wolfgang Hintzsche für den Verband Deutscher Reeder.

Ausstellungseröffnung 24. Mai 2019, 17.00 Uhr – Shanghaiallee 12, in Hamburg.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Juni im Café Elbfaire von Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und am Samstag von 13 bis 18 Uhr zu sehen. Danach wird Christian Faesecke seine Bilder vom 20.-22. Juni 2019 auf dem Markt der Möglichkeiten beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund zeigen.