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NABU ruft auf: Gönn dir Garten

NABU ruft auf: Gönn dir Garten

Für mehr biologische Vielfalt in unseren Gärten.

Schaugarten des NABU in HH-Alsterdorf am 12.5. geöffnet. Jeder kann etwas für die Artenvielfalt tun, gerade im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Im NABU-Naturgarten können die Besucher am Sonntag, den 12. Mai von 11-17 Uhr über naturnahes Gärtnern informieren, viele praktische Tipps von den Experten erhalten und sich vor Ort anschauen, wie man diese Tipps praktisch umsetzen kann, damit Vögel, Bienen, Igel und Co. ein Zuhause finden. Auch wer noch keine Vorstellung davon hat, wie sein Stück Grün aussehen könnte, der kann auf www.NABU.de/gartenvielfalt herausfinden, was individuell zu ihm und seinem „grünen Wohnzimmer“ passt. Ob für Genießer, Naschkatzen oder Deko-Freunde – für jeden Hobbygärtner und jede Hobbygärtnerin ist etwas dabei.

Bild: NABU Naturgarten © Oliver Kühn

„Durch die zunehmende Flächenversiegelung und die Intensivierung der Landwirtschaft verschwinden Hecken, Säume und blütenreiche Wiesen, die Vögeln und Insekten Lebensraum und Nahrung bieten. Die Zahl der Insekten hat in Deutschland seit den 90er Jahren rapide abgenommen. Und gerade Gärten können zu wichtigen Rückzugsräumen für Tiere und Pflanzen werden, wenn sie naturnah und vielfältig gestaltet sind“, sagt Michael Kasch vom Naturgarten-Team des NABU Hamburg.

Als Alternative zum Einheitsgrün aus Rasen, Bambushecke und Kirschlorbeer empfiehlt der NABU vor allem heimische Pflanzen, die mit Pollen, Nektar und Beeren Vögel und Insekten anlocken. Außerdem rät der NABU zu einer Vielfalt an kleinen Biotopen und zum Verzicht auf Pestizide, torfhaltiger Erde und chemischen Dünger. Auch bei der Pflege lässt sich Arbeit sparen, wenn man weniger aufräumt, sondern gezielt lenkt – und Nützlingen die Arbeit überlässt.

„Wer glaubt, dass Naturschutz im Garten anstrengend ist und Unordnung ver-ursacht, liegt falsch“, sagt Michael Kasch. „Schon mit kleinen Handkniffen lassen sich tolle Erfolge erzielen, die Freude machen und für Entspannung sor-gen.“ Ein buntes Beet aus heimischen Wildstauden etwa oder eine Igel-Ecke, an der auch Kinder Spaß haben. Essbare Wildkräuter können im Garten bleiben und den Speiseplan ergänzen. Gleichzeitig liefern sie Blüten für Hummeln und Schmetterlinge, über die wir uns im Garten freuen. „Vielfalt fördert auch das Naturerlebnis. Gerade Tiere zu beobachten, geht nirgendwo leichter als im ei-genen Garten“, so Kasch.

Auch für Vögel können wir viel im Garten tun. Sie finden in der freien Landschaft immer weniger Nahrung und wandern in die Siedlungsräume. Für jede Art lässt sich im Garten etwas verbessern: Bäume und Sträucher sind wich-tig als Nistplätze, zum Schutz und als Nahrungsquelle. Vor allem Standvögel wie Grünfink und Rotkehlchen, die in unseren Breiten verweilen, benötigen Beeren und Sämereien heimischer Sträucher wie die des Holunders als Nahrung im Winter.

Bild: Naturgarten-Erweiterung 2007 © Werner Völler

Wichtig für Insekten und damit auch für Vögel ist der Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfung. Zudem hilft den Tieren räumlich- und zeitversetztes Mähen sowie mehr Handarbeit als laute Maschinen. Wer zusätzlich zu Bäumen und Sträuchern Vögeln gezielt Nistmöglichkeiten anbieten möchte, sollte auf artspezifische Besonderheiten achten: Höhlenbrüter wie Kohlmeise, Sperling, Star oder Trauerschnäpper bewohnen beispielsweise Höhlenkästen.

Der NABU-Naturgarten ist am Sonntag, den 12. Mai 2019 von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Er befindet sich (Parzelle 185) im Kleingartenverein „Birkenhain“, Bebelallee / Ecke Braamkamp bzw. Deelböge (etwa 3 Gehminuten von der U1, Haltestelle Lattenkamp) und wird von der NABU-Gruppe Bram-feld/Ohlsdorf/Barmbek betreut. Der Eintritt am Tag der offenen Gartenpforte ist frei, Spenden sind herzlich willkommen. Und wer selbst Lust auf naturnahes Gärtnern bekommt, ist bei der Gruppe herzlich willkommen.