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Energy Observer macht Zwischenstopp in Hamburg

Energy Observer macht Zwischenstopp in Hamburg

Energy Observer, das erste Wasserstoffschiff der Welt ohne Treibhausgasemissionen und Feinstaub, kam zum 36. Zwischenstopp seiner Odyssee in Nordeuropa nach Hamburg.

Es liegt noch bis zum 5. Mai in der Nähe der beeindruckenden Elbphilharmonie und nimmt vom 10. bis 12. Mai 2019 am Hafengeburtstag teil. Unter der Leitung von Victorien Erussard, Gründungskapitän, und Jérôme Delafosse, Expeditionsleiter, wurde das Schiff von der Stadt Hamburg, der HafenCity und dem französischen Generalkonsulat in Hamburg begrüßt.
„Der Energy Observer zahlt in die Zukunftsthemen des Klimawandels und der Energietransformation ein und ist daher im Kontext der HafenCity und der Hafenentwicklung Hamburgs ein weiterer wichtiger Anstoß, sowohl auf lokale als auch internationale Kooperation zu setzen“, sagt Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH.

Bild: Energy Observer © Energy Observer

Ausgestattet mit einem revolutionären neuen technologischen Ziegel enthüllt Energy Observer ein völlig neues Gesicht bei seiner Ankunft in Hamburg. Dank eines Mix aus erneuerbaren Energien und einem System zur Erzeugung von CO2-freiem Wasserstoff aus Meerwasser hat Energy Observer zwei Oceanwings® Antriebsflügel von VPLP Design integriert. Rotierend, selbstfahrend und zu 100% automatisiert, reduzieren sie den Energieverbrauch des Schiffes, beschleunigen die Geschwindigkeit, produzieren aber vor allem Energie und Wasserstoff während der Fahrt.

Begrüßt vom Hamburger Hafen, der Stadt Hamburg und der Hafencity, wird der Katamaran in der Nähe der beeindruckenden Elbphilharmonie liegen, das von dem Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron aus einem ehemaligen Lagerhaus im Hamburger Hafen gebaut wurde.

„Ich bin sehr zufrieden mit der ersten Fahrt von Amsterdam nach Hamburg. Unsere neuen Oceanwings® Antriebsflügel ermöglichen es uns, mit geringerem Energieverbrauch, schneller zu sein. Eine neue Herausforderung wird die Arbeit am Hydrierungsteil, sprich die Erzeugung von Energie, die durch die Drehung der Propeller gewonnen wird“, sagt Victorien Erussard, Gründer und Kapitän des Energy Observers.

Die Stadt Hamburg und ihr Hafen, das deutsche Vorzeigeprojekt der „Smart City“, ist ein guter Start für die Energy Observer Teams, die sich mit innovativen Projekten den Herausforderungen einer immer größer werdenden Mobilität mit CO2-Emissionen stellen. Mit seinen 7.200 Hektar und 9 Millionen Containern pro Jahr steht der Hafen vor vielen Herausforderungen, um den Verkehr von mehr als 30.000 Fahrzeugen pro Tag von seiner Hauptverkehrsroute zum Hamburger Hafen zu erleichtern.

Aufgrund der hohen Schadstoffbelastung war Hamburg im vergangenen Mai auch die erste deutsche Stadt, die Dieselmotoren teilweise aus der Innenstadt verbannte. Die HafenCity ist europaweit das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt. Auf einer Fläche von 157 ha rund 7.500 Wohnungen und mehr als 45.000 Arbeitsplätze. Ökologische Nachhaltigkeit wird auf vielen Ebenen initiiert: Dazu gehören ein anspruchsvolles Zertifizierungssystem für Gebäude und eine emissionsarme Versorgung mit Wärmeenergie, u.a. durch die Nutzung von Industrieabwärme. Als feinkörnig durchmischte „Stadt der kurzen Wege“ verfolgt die HafenCity ein intelligentes, nachhaltiges Mobilitätskonzept. Die neue U-Bahnlinie U4, eine wasserstoffbasierte Buslinie, ein gut ausgebautes Fahrradnetz, quartiersübergreifende Car-Pool-Lösungen und Elektromobilität, sorgen für eine neue Mobilitätskultur, die individuelle Wahlfreiheit und ambitionierte Nachhaltigkeitsziele miteinander verknüpft.

Es sei auch daran erinnert, dass die Luft- und Raumfahrtindustrie und die Eisenbahnindustrie (einschließlich des ersten von Alstom entwickelten Wasserstoffzugs) in dieser besonders dynamischen Region in Bezug auf den Energiewandel sehr präsent sind.

Auf dem Programm dieses Zwischenstopps wird das Ausstellungsdorf Energy Observer der Öffentlichkeit noch bis 5. Mai von 10 bis 19 Uhr* die Möglichkeit geben, das Schiff, seine Technologien und seine Odyssee für die Zukunft zu entdecken. Vom 6. bis 9. Mai wird das Schiff mit seinen Besatzungen an Bord für einige Tage filmen, um Unterwasseraufnahmen am Eingang zur Ostsee zu machen, aber auch um Themen in Deutschland im Zusammenhang mit den Zielen der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung zu drehen, von denen es der erste Botschafter in Frankreich ist: Abfallwirtschaft, Windenergie, solare elektrische Bootslösungen und Themen in den UNESCO-Biosphärenreservaten Schaalsee und Spreewald.

„Hamburg ist für uns ein wichtiger Zwischenstopp. Deutschland engagiert sich bereits sehr in zivilgesellschaftlichen und politischen Themen, die den Energiewandel unterstützen. Wir sind sehr daran interessiert, die Komplexität dieses Wandels, aber auch die Lösungen von der intelligenten und digitalisierten Managementsystemen gepägten Stadt Hamburg, zu entdecken“, betont Jérôme Delafosse, Expeditionsleiter Energy Observer.

Bereits am 9. Mai wird Energy Observer an der außergewöhnlichen Parade teilnehmen, die der Hafen anlässlich seines 830-jährigen Bestehens organisiert! Vom 10. bis 12. Mai findet in diesem Jahr der Hafengeburtstag mit mehr als einer Million Besuchern statt. Die Möglichkeit für das Boot, neben Segelbooten, Kreuzfahrtschiffen, Schleppern zu segeln, aber auch große Schiffe wie die russische Kruzenshtern, Sedov und Mir oder die deutsche Dreimast Alexander von Humboldt zu bewundern.

„Bei einem Zwischenstopp in Hamburg hatte Energy Observer Recht! Hamburg atmet immer noch den Geist des Pariser Abkommens über Klima- und Planetenschutz von 2015. Den Hamburgern ist es wichtig, politische Verantwortung, technologischen Fortschritt, Industrie und sozialen Wandel zu verbinden. Auf Grund dessen sind sie gute Partner für Frankreich.
Es ist genau dieses Engagement, welches die Bürger Hamburgs auszeichnet, die somit mit gutem Beispiel für Frankreich voran gehen”, sagt Laurent Toulouse, französisches Generalkonsul in Hamburg.

„Der Energy Observer ist ein extrem spannendes und professionelles Projekt. Ich freue mich sehr, dass das Schiff in Hamburg einen Zwischenstopp auf seiner Odyssee um die Welt macht. Schon heute wird auf dem Katamaran die mögliche Energienutzung von morgen erprobt, so etwas brauchen wir dringend, um den Klimawandel zu bremsen und von fossilen Brennstoffen wegzukommen. In Hamburg arbeiten wir mit dem Projekt NEW4.0 und bei der Wärmewende, aber auch mit der Gas- und Stromnetz-Gesellschaft, HamburgWasser und HamburgEnergie ebenfalls an intelligenten Energielösungen. Ich bin neugierig, mir die Technologien und das Projekt morgen auf dem Schiff erklären zu lassen.“ Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg.

Adresse des Bootes und des Ausstellungsdorfes:
Dorfinformation: freier Eintritt, geöffnet noch bis 5. Mai von 10 bis 18 Uhr.
Magellan Terrassen, Hamburg

*Hinweis: Das Boot ist sichtbar, kann aber nicht von der Öffentlichkeit besucht werden.

Über Energy Observer
Energy Observer ist das erste Wasserstoffschiff weltweit, das eine Energieautonomie anstrebt. Ohne Treibhausgasemissionen und Feinstaub arbeitet dieses Elektroschiff der Zukunft dank eines Mixes aus erneuerbaren Energien und einem System zur Erzeugung von kohlenstofffreiem Wasserstoff aus Meerwasser. Diese technologische und wissenschaftliche Herausforderung zielt darauf ab, unter extremen Bedingungen fortschrittliche Technologien zu testen, die die Energienetze von morgen vorhersagen und in der terrestrischen Umwelt einsetzbar sind.

Energy Observer führt derzeit eine sechsjährige Odyssee für die Zukunft (2017-2022) durch, 50 Länder, 101 Anlaufstellen, angeführt von Victorien Erussard, Gründer und Kapitän, und Jérôme Delafosse, Expeditionsleiter und Dokumentarfilmer.