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Festliche Verabschiedung von Landesbischof Dr. h.c. Gerhard Ulrich

Festliche Verabschiedung von Landesbischof Dr. h.c. Gerhard Ulrich
Gäste aus dem In- und Ausland würdigen ersten Landesbischof der Nordkirche

Schwerin (maw/std). Mit einem festlichen Empfang in der Schweriner Sport- und Kongresshalle hat die Erste Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) am Samstag, 9. März mit Dr. h.c. Gerhard Ulrich ihren ersten Landesbischof in den Ruhestand verabschiedet. Zugleich gratulierten Gäste aus dem In- und Ausland Ulrich zu seinem heutigen 68. Geburtstag. In einem Gottesdienst im Schweriner Dom war er zuvor vom hannoverschen Landesbischof Ralf Meister, dem Leitenden Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), von seinem Amt entpflichtet worden.

Bild: Nach der Entpflichtung: Landesbischof Dr. h.c. Gerhard Ulrich im Kreise der Bischöfinnen und Bischöfe
© Marcelo Hernandez – Nordkirche

Zu den rund 500 Gästen aus Kirche, Bundes- und Landespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Medien zählten in der Sport- und Kongresshalle neben Vertretern von Lutherischem Weltbund (LWB), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) auch Abgesandte der 32 Partnerkirchen der Nordkirche auf fünf Kontinenten, Repräsentanten der Katholischen Kirche sowie weitere ökumenische Gäste.

Für die schleswig-holsteinische Landesregierung sprach Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack: „Sie, lieber Herr Ulrich, haben sich mit ganzem Herzen für die Gründung der Nordkirche eingesetzt. Diese nicht einfache Aufgabe hat drei evangelische Landeskirchen zusammengeführt und eine Brücke von West nach Ost geschlagen. Die Gespräche mit Ihnen waren stets von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet. Dafür möchte ich Ihnen den herzlichen Dank unserer Landesregierung überbringen.“

Als Vertreter des LWB sagte Generalsekretär Pfr. Dr. h.c. h.c. Martin Junge: „Mich hat beeindruckt, wie Gerhard Ulrich immer darauf gedrängt hat, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Der Lutherische Weltbund hat sich für ihn als eine Lerngemeinschaft realisiert, in der Begegnung auf Augenhöhe geschieht, um den Glauben und das Leben miteinander zu teilen. Deutlich und engagiert hat er dabei eines unserer grundlegenden Anliegen vertreten: den menschenwürdigen und barmherzigen Umgang mit Menschen auf der Flucht. Außerdem hat er sich für ein Europa eingesetzt, das die Menschenwürde achtet – ohne Wenn und Aber. Diese Stimmen brauchen wir – in der Kirche, in der Gesellschaft, in der Politik.“

Erzbischof Dr. Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) griff in seinem Grußwort die Unterschiede zwischen den Konfessionen und ihren Amtsträgern auf. Gleichzeitig betonte er: „Aber wir wissen, dass die Unterschiede nicht das Wesentliche sind, denn die Gemeinsamkeiten sind weit größer.“ Dabei brauche es auch in Zukunft auf beiden Seiten „die eine oder andere Heilung der Erinnerung, vor allem aber das fröhliche Feiern und Bezeugen unseres gemeinsamen Herrn“, sagte der Erzbischof weiter.

Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche, überbrachte die Segenswünsche der II. Landessynode: „Wir danken dem scheidenden Landesbischof insbesondere für seine Verdienste um die Entstehung unserer Landeskirche und deren Entwicklung in den ersten Jahren. Es lag maßgeblich an seiner Beharrlichkeit und Integrationskraft, dass das große Projekt Nordkirche gelungen ist. Mit unserem synodalen Handeln möchten wir zu dem beitragen, was Gerhard Ulrich als ‚gestaltende Kraft‘ von Kirche erwartet, nämlich Visionen von einem ‚menschlichen Antlitz der Gesellschaft aufrechtzuerhalten‘.“

Landesbischof Prof. Dr. Heinrich-Bedford Strohm, Ratsvorsitzender der EKD, würdigte in seinem Grußwort die Verdienste Ulrichs: „Auf großen und auf kleinen Bühnen hat dein Wirken den Segen Gottes in die Welt getragen und spürbar werden lassen für die Menschen. Du hast das Wort Gottes verkündigt in deinen Worten: klar, direkt, norddeutsch. Dabei bist du in all diesen Jahren nicht zuerst Landesbischof oder Leitender Bischof der VELKD gewesen, sondern zuallererst Pfarrer und Seelsorger. In deinen Ämtern hast du das ausgestrahlt, wovon du sprichst.“ Und das werde sicherlich auch nach dem aktiven Dienst Gerhard Ulrichs so bleiben, so der EKD-Ratsvorsitzende.

Gestaltet wurde der Empfang darüber hinaus mit zahlreichen Beiträgen und Würdigungen, darunter von der Bischöfin und den Bischöfen in den Sprengeln der Nordkirche, der Greifswalder Band „Seeside“, Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf, Richard Wester und seiner Band, der Band des Landeskirchenamtes der Nordkirche in Kiel, Susanne Gerriets und Iris Macke von der Produktionsfirma Eikon Nord sowie Prof. Dr. Peter Unruh, Präsident des Landeskirchenamtes der Nordkirche. Moderator des Festempfangs war Frank Zabel.

Die Amtszeit von Gerhard Ulrich endet am 31. März. Seine Nachfolgerin, Kristina Kühnbaum-Schmidt (54), wird ihr Amt als Landesbischöfin der Nordkirche am 1. April antreten.

Bild: Einzug der bischöflichen Gäste aus dem In- und Ausland © Marcelo Hernandez – Nordkirche