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Seltener Nachwuchs im Weltvogelpark Walsrode

Seltener Nachwuchs im Weltvogelpark Walsrode
Europapremiere der kleinsten Vogelbabys der Welt

Walsrode, März 2019 – Erstmals gelingt die Nachzucht der Veilchenohrkolibris im Weltvogelpark Walsrode: und das gleich zweifach. Nach der Eröffnung des Kolibrihauses im Jahr 2012 gab es nun zum ersten Mal Nachwuchs. Doch der Bruterfolg stand auf Messers Schneide: Die Kolibrieltern wollten die Eier nicht ausbrüten. Allerdings adoptierte eine andere Kolibriart, die Rostbauchamazilie, die Eier und zieht nun unter Aufsicht die winzigen Küken auf.

Bild: Kolibiküken © Weltvogelpark Walsrode

Mit über 4.000 Vögeln aus 650 Arten und von allen Kontinenten ist der Weltvogelpark Walsrode der größte Vogelpark der Welt. Dabei steht besonders die Nachzucht bedrohter Arten im Vordergrund. Im Februar sind in erster Nachzucht zwei Veilchenohrkolibriküken geschlüpft, die zusammen von Rostbauchamazilien und einem dreiköpfigen Pflegerteam des Weltvogelparks aufgezogen werden. Mit der Arbeit im Kolibrihaus erhalten die sehr erfahrenen Tierpfleger nicht nur die Veilchenohrkolibris, sondern auch viele weitere Kolibriarten, die in ihrer Heimat durch den Klimawandel und die Zerstörung der Natur bedroht sind.

Das kleinste Vogelküken der Welt
„Wir sind unglaublich stolz auf unsere Nachzucht der Kolibris“, sagt Janina Ehrhardt, Pressesprecherin des Weltvogelparks. „Der Weg hierhin war allerdings eine große Herausforderung, da die meisten Kolibriarten Einzelgänger sind. Der Zeitpunkt, an dem das Weibchen paarungsbereit ist, muss genau abgepasst werden, denn erst dann wird es mit dem Männchen zusammengelassen. Nach der Paarung verjagt das Weibchen das Männchen wieder, da es allein für die Brut und Aufzucht verantwortlich ist.“ Durch Temperaturanpassung in den Kolibrivolieren und eine höhere Luftfeuchtigkeit gelingt es dem Weltvogelpark-Team, die Bedingungen aus Peru, der Kolibriheimat, nachzustellen. Nach beachtlichen Bruterfolgen in den vergangenen Jahren gab es in den letzten Tagen erstmals Nachwuchs der Veilchenohrkolibris. Ende Januar war es so weit, und zwei winzige Eier wurden im Nest gefunden. Jedoch sträubte sich das Weibchen gegen die Ausbrütung der Eier, weshalb der Weltvogelpark nach jahrelanger Erfahrung im Zuchtbereich nun in die Trickkiste greifen musste.

Bild: Kolibri Fütterung © Weltvogelpark Walsrode

Ein Fall für Adoptiveltern
„Es sind noch andere Kolibriarten im Weltvogelpark beheimatet; deshalb haben wir zwei erfahrene Kolibrimamas als Ersatz gesucht, von denen jede eines der Eier ausgebrütet hat. Das hat gut funktioniert, und dank der liebevollen Pflege der Adoptivmütter sind zwei putzmuntere Küken geschlüpft“, freut sich Ehrhardt. Nach rund 15 Tagen Brutzeit wiegen die Küken beim Schlüpfen noch nicht mal ein Gramm und damit in etwa so viel wie eine Büroklammer. Nach zehn Tagen wiegen sie bereits das Sechsfache und unternehmen zwei Wochen später die ersten Flugversuche.

Die beiden Kolibrigeschwister sind nun die neuesten Bewohner des Kolibrihauses im Weltvogelpark und werden in der anstehenden Saison bestimmt nicht der einzige Nachwuchs bleiben, der dann bald von den Besuchern erlebt werden kann. Die Vorbereitungen für die kommende Saison laufen auf Hochtouren, damit am 23. März die Türen geöffnet werden können.

Über den Weltvogelpark Walsrode:

In der Lüneburger Heide, im Dreieck zwischen Hannover, Bremen und Hamburg, liegt der Weltvogelpark Walsrode, der größte Vogelpark der Welt. Der Park beherbergt über 4.000 Vögel aus 650 verschiedenen Arten und von allen Kontinenten in einer 24 Hektar großen Garten- und Erlebnislandschaft.

Der Weltvogelpark öffnet am 23. März 2019 seine Türen zur neuen Saison ab 10.00 Uhr.