HLR-Aktuell

Das Millerntor macht Schule:

Das Millerntor macht Schule:

FC St. Pauli-Stadion wird zum Lernort

Erfolgreicher Projektstart mit prominenten Gästen

Lernen direkt im Millerntor-Stadion, neue Erkenntnisse durch neue Erlebnisse: Das ermöglicht „BAM! Bildung am Millerntor“.
Am Donnerstag (28. Februar) wurde das neue Pädagogikprojekt des FC St. Pauli-Museums und seines Trägervereins 1910 e.V. mit Gästen aus ganz Deutschland feierlich eröffnet. Es wird durch die DFL Stiftung gefördert und in Partnerschaft mit Lernort Stadion e.V. und dem FC St. Pauli durchgeführt.

Zum Start umfasst das BAM!-Angebot drei verschiedene Workshops für Schulklassen, die ab sofort gebucht unter lernort@1910-museum.de gebucht werden können. Für die Schulen ist das Angebot kostenlos.

Mit einem Plädoyer für den unschätzbaren Wert der Bildung für unsere Demokratie – und damit auch für die große Relevanz eines Projektes wie BAM! Bildung am Millerntor – lieferte Ewald Lienen, Technischer Direktor des FC St. Pauli und Fußball-Legende (u.a. Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld, MSV Duisburg), einen inspirierenden Startschuss für den 20. Standort im bundesweiten Netzwerk von Lernort Stadion.

„Politische Bildung ist in unserer Gesellschaft wieder sehr aktuell, für junge Menschen aber oft wenig greifbar. Mit dem Projekt Lernort Stadion möchte die DFL Stiftung genau dort ansetzen und politische Themen neu erfahrbar machen. Der Profifußball hat eine Vorbildrolle und kann durch sein Engagement ein Zeichen für ein vielfältiges Miteinander und Toleranz setzen.“ (Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der DFL Stiftung)

Mit Lienen waren am Abend des 28. Februar zahlreiche Gäste aus Fußball, Bildung und Wissenschaft in die 1910-Weinbar im Foyer des FC St. Pauli-Museums gekommen – darunter Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der DFL Stiftung, Prof. Dr. Holger Ziegler (Universität Bielefeld), Birger Schmidt und Gesa Mann (Lernort Stadion e.V.), Oke Göttlich und Christiane Hollander (Präsidium FC St. Pauli), Sönke Goldbeck, Rainer Klinitzki und Tjark Woydt (Vorstand FC St. Pauli-Museum / 1910 e.V.) und Vertreter von anderen Stadion-Lernorten, u.a. des FC Schalke 04, des VfL Wolfsburg und auch des Hamburger SV.

Dass dort, wo die ersten Totenkopf-Fahnen im St. Pauli-Stadion wehten, nun Jugendliche und Schulkinder neue Erkenntnisse erschließen, ist ein großer Schritt für ein Museumsprojekt mit ungewöhnlicher Vorgeschichte, die Jelena Ðureinovic und Sylke Störmer (1910 e.V.) in ihren Beiträgen vorstellten.

Wie so vieles beim FC St. Pauli liegen auch die Wurzeln des FC St. Pauli-Museums in der Fanszene – ein „DYI-Projekt“ mit hohem Anspruch, betrieben, finanziert und vorangetrieben mit einem großen Anteil ehrenamtlichen Engagements von den Mitgliedern, Aktiven und Mitarbeitern des 2012 gegründeten Trägervereins 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. 2019 nimmt es zum zweiten Mal an der „Langen Nacht der Museen Hamburg“ teil.
Das BAM!-Team: Nathalie Kegel (Projektleitung, links), Franziska Lerch (Schulkooperationen, Mitte) und Fabian Fritz (pädagogische Leitung, rechts). Foto ©Ariane Gramelspacher / Arigrafie
Wie viele Möglichkeiten der Lernort Millerntor bietet, ist schon beim sehr erfolgreichen „Probelauf“ mit den Schul-Workshops zur großen Ausstellung „Fußball in Trümmern. FC St. Pauli im ‚Dritten Reich'“ Ende 2017 deutlich geworden. Auch eine Projektwoche mit der Stadtteilschule im Hafen sowie ein Begegnungs-Workshop mit Fans von drei anderen „Lernort“-Vereinen im Februar verliefen sehr erfolgreich.

Mit „BAM! Bildung am Millerntor“ haben die Bildungsaktivitäten von 1910 e.V. nun ein eigenes Dach. Das BAM-Team besteht derzeit aus Nathalie Kegel (Projektleitung), Fabian Fritz (pädagogische Leitung) und Franziska Lerch (Schulkooperationen), die vor Ort Ansätze und Workshop-Angebot von BAM! Bildung am Millerntor vorstellten.

Zurzeit stehen drei Workshop-Themen zur Auswahl:

Im Workshop „VEREINt stärker – Vorurteile und Diskriminierung erkennen und zusammen handeln“ erarbeiten SchülerInnen ab Klassenstufe 7 gemeinsam, was Vorurteile sind, wie sie zustande kommen und wie aus Vorurteilen Diskriminierung entstehen kann.
Bei „Mehr als schön – wo kommt meine Kleidung her?“ lernen die SchülerInnen (ebenfalls ab Klassenstufe 7), welchen Weg unsere Kleidungsstücke zurücklegen, bis sie bei uns im Schrank landen, und welche Problematiken für Mensch und Umwelt aus der Textilproduktion entstehen können.
„Der FC St. Pauli und seine Rolle im ‚Dritten Reich‘“schließlich knüpft an die erfolgreichen Workshops von 2017 an. Hier erfahren die SchülerInnen anhand der Lebenswege verschiedener St. Paulianer, wie sich der Verein und seine Mitglieder zur Zeit des Nationalsozialismus verhielten.

Alle Workshops werden mit einer thematisch angepassten Stadionführung abgerundet und dauern einschließlich der „Millerntour“ drei bis vier Stunden. Dabei werden Lernformen genutzt, die die Kooperation und Eigenaktivität fördern. Anmeldungen für die Workshops sind ab sofort möglich unter:

lernort@1910-museum.de.

Bild: BAM! Bildung am Millerntor © Ariane Gramelspacher / Arigrafie