HLR-Aktuell

NABU Bundesvertreterversammlung

NABU Bundesvertreterversammlung:
Vier Auszeichnungen für den NABU Hamburg

Arved Fuchs übergibt die UN Dekade für biologische Vielfalt an Naturschutzprojekte // ZweiNaturschutzmacher erhalten höchster Verbands-Auszeichnung für ihr Lebenswerk.

Hamburg, 18.November: Am Wochenende tagten rund 260 NABU-Delegierte in Hamburg und stellten Forderungen zur anstehenden UN-Klimakonferenz in Polen auf. Ebenso wurde die Resolution für eine neue, naturverträgliche EU-Agrarpolitik verabschiedet. Im Fokus der Bundesvertreterversammlung standen damit zunächst die globalen und nationalen Umwelt- und Naturschutzthemen. Am Ende der Versammlung wurde dann doch deutlich, was praktischer Naturschutz auf regionaler Ebene alles leistet. Gleich zwei Naturschutzprojekte aus Hamburg wurden mit der ‚UN-Dekade Biologische Vielfalt’ ausgezeichnet: das Gewässerprojekt „Bach-Aktionstage“ sowie das Schmetterlingsprojekt „Aurora“.

Bild: NABU Hamburg-Vorsitzender Alexander Porschke © Guido Rottmann

Die Auszeichnungen überreichte der Polarforscher und UN-Dekade-Botschafter Arved Fuchs. Zusätzlich erhielten Maria Bonkwald und Rolf Bonkwald die Lina-Hähnle-Medaille für ihr
herausragendes Engagement im Haupt- und Ehrenamt beim NABU Hamburg in den letzten 35 Jahren.

Bild: Polarforscher Arved Fuchs verleiht Auszeichnung UN Dekade Biologische Vielfalt © Guido Rottmann

Lina-Hähnle-Medaille für zwei Lebenswerke

Rolf Bonkwald hat den NABU Hamburg ehrenamtlich als erster Vorsitzender über 20 Jahre zu einem modernen, bekannten und schlagkräftigen Verband entwickelt. Er hat die Ausrichtung des Landesverbandes entscheidend geprägt und ausgebaut. Zusammen mit seiner Frau Maria, die über 25 Jahre stellvertretenden Geschäftsführerin war und sich bis heute als ehrenamtlich Schatzmeisterin engagiert, haben beide die nötigen Strukturen für den Landesverband aufgebaut. Es ist ihnen zu verdanken, dass Mitgliederzahlen kontinuierlich zunahmen, der NABU in der Hansestadt bekannter wurde und die politische Mitsprache ein immer größeres Gewicht bekam. „Ohne Rolf und Maria wäre der NABU Hamburg heute nicht, was er ist: mit Abstand die größte Naturschutzorganisation in Hamburg. Ich freue mich sehr, dass die Arbeit von den beiden mit der höchsten Auszeichnung im Verband, der Lina-Hähnle Medaille, geehrt wurde. Sie sind ein wichtiger Teil unserer NABU Gemeinschaft und immer noch mit Herz und Begeisterung für den Naturschutz dabei“, so Tobias Hinsch, Geschäftsführer NABU Hamburg.

Tausende Hände für Hamburgs Bäche

Die Auszeichnung für die „Bach-Aktionstage“ nahm Fritz Rudolph, Referent für Gewässerschutz und StadtNatur beim NABU Hamburg, entgegen. Die Bach-Aktionstage finden seit 2006 an inzwischen 27 Gewässern in Hamburg statt. Mit tausenden freiwilligen Helfer*Innen und der Unterstützung der Hamburger Bezirksämter konnten bis jetzt über 220 Arbeitseinsätze durchgeführt werden. Es wurden dabei viele Hundert Tonnen Kies und Holz in den Gewässern verbaut, um Lebensraum für Bachorganismen zu schaffen, Artenvielfalt zu fördern und wieder eine Eigendynamik des Baches zu initiieren. Die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union verpflichtet die Mitgliedsländer, also auch Hamburg, alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. „Wir sind stolz auf die vielen engagierten Teilnehmer der Bach-Aktionstage, an denen mittlerweile sogar auch regelmäßig Helfer aus dem NABU-Integrationsprojekt für Flüchtlinge teilnehmen. Zusammen sind wir die Naturschutzmacher für Hamburgs Gewässer so Fritz Rudolph.

Mehr Schmetterlingswiesen für mehr biologische Vielfalt

Damit sich in Hamburgs Parks und Gärten auch wieder Schmetterlinge wohlfühlen, hat der NABU Hamburg 2017 das Projekt „Aurora“ gestartet. NABU-Insektenexperte und Projekt-Initiator Frank Röbbelen: „Mein Wunsch ist es, dass Hamburg, die Stadt der Schmetterlinge wird. Der starke Rückgang der Insektenbestände ist alarmierend. Gerade Schmetterlinge und Insekten sind ein wichtiger Indikator für ein funktionierendes Ökosystem. Wir müssen uns verstärkt für mehr biologische Vielfalt auf den Wiesen einsetzen.“ Das Projekt, das seinen Namen vom Aurorafalter erhalten hat, hat sich das Ziel gesetzt, bessere Lebensräume von Schmetterlingen und Insektenarten zu schaffen. Schirmherr des Projekts ist Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan.

Hintergrund: UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde. In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen.