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Swing, Sing and all that Jazz

Swing, Sing and all that Jazz

Es ist nicht nur ein gewichtiges Buch (800 g), auch nicht nur ein großes im Format DIN A 4, sondern mit 710 Seiten vor allem ein inhaltsreiches Werk: „Swing, Sing and all that Jazz“, die Autobiographie des Radio- und TV-Moderators Henry Holloway aus Süd-Afrika.

Henry Holloway war der erste Nichtamerikaner, der mit dem angesehenen „Golden Bandstand Award“ der Bigband Academy von Amerika geehrt wurde – andere Preisträger waren u.a. Frank Sinatra und Benny Goodman. Er wurde geehrt für seine mehr als 40 Jahre währende Arbeit über amerikanische Musiklegenden, die er nicht nur kannte sondern auch traf, weil er zu ihnen eingeladen wurde und mit ihnen in langjährigen Freundschaften verbunden blieb.

Hunderte von (s/w) Fotos, Dokumente und Briefe von und mit Artie Shaw Buddy DeFranco, Sammy Cahn, Paul Tanner, Neal Hefti, Steve Allen, Bob Crosby, Les Brown, Doris Day, Milt Bernhart, Billy May und vielen anderen belegen mit diesem Buch Holloways ungewöhnliches Leben.

Bild: Buch – Swing, Sing and all that Jazz © Trafford Publishing, Bloomington, Indiana.

Seine regelmäßige Rundfunk-Serie mit gleichem Titel wie dieses Buch, von New York und von der SABC (South African Broadcasting Corporation) ausgestrahlt, zeigt schon vom Titel deutlich Henrys Vorliebe: weitgespannt, nicht eingegrenzt durch hochselektierende Auswahl, doch überaus kenntnisvoll – sie bereichert jetzt ab Dezember 2018 monatlich auch das Hamburger Lokalradio.

Das Buch – in englischer Sprache, doch leicht verständlich, ist gefüllt durch Holloways Erlebnisse mit den genannten

Musikheroen, mit Berichten von Besuchen der legendären Spielstätten der Swing-Zeit, von Konzerten „backstage“ und mit vielen, auch rein persönlich-privaten Begebenheiten aus seinem reichen Berufsleben in und mit swingender Qualitätsmusik.

„Life is nothing without music“ ist Henry Holloways Credo und im Bigband-Sound die Erkennungsmelodie für seine Sendungen.

Ein überaus lebendiges und informatives Buch auch für die in Sachen Jazz „Rund-um-Kenntnisreichen“, denn es bietet einen erstaunlichen Blick hinter die Kulissen eines international erfolgreichen „Radiomachers“ und seine nicht immer vorhersehbaren Schwierigkeiten, wie auch Rückschläge, doch vor allem ist es ein beredtes Zeugnis für das engagierte Radio gerade auch in dieser, unserer Zeit.

Henry Holloway: Swing, Sing and all that Jazz“, Trafford Publishing, Bloomington, Indiana. 2015. ISBN 978-1-4669-7630-6. Bei Amazon und anderen Internet-Versandbuchhändlern zu unterschiedliche Preisen erhältlich.

Rezension: Gerhard Klußmeier

Bild: Mit James Last um 1983 in Südafrika © Trafford Publishing