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Hamburg-Ohlsdorf: Tragischer Kutschenunfall

Hamburg-Ohlsdorf: Tragischer Kutschenunfall
Frau stirbt bei Kutschunfall auf Friedhof.

PETA fordert Verbot touristischer Pferdekutschen von Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher.
Hamburg – Vermeidbarer Unfall: Am Mittwoch, 26. Sepetember starb eine 78-jährige Frau bei einem Kutschunfall auf dem Friedhof im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf. Fünf weitere Personen wurden verletzt, als ein Pferd durchging und das Gespann beim Haupteingang des Parkfriedhofs mit einem Auto kollidierte. Das bei dem Unglück schwer verletzte Pferd wurde eingeschläfert. PETA appelliert angesichts des Vorfalls an Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher, die als Touristenattraktion gedachten Kutschfahrten auf dem Friedhofsgelände sofort zu verbieten und für das komplette Gebiet der Hansestadt ein Verbot von Pferdekutschen zu prüfen.

Die Tierrechtsorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen.
„Die Risiken bei Kutschfahrten sind unkontrollierbar, weil Pferde Fluchttiere sind und selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten können“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist ein Verbot von Pferdekutschen.

PETA veröffentlichte Anfang 2018 erneut eine Pferdekutschen-Unfallchronik und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: 2017 wurden bei insgesamt 41 Unfällen in Deutschland drei Menschen getötet und 67 verletzt – viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben im vergangenen Jahr drei Pferde, 17 weitere Tiere verletzten sich. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde

Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht da, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation setzt sich auch aus Tierschutzgründen für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt. Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Bild: Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. © PETA