HLR-Aktuell

Hamburger Logistikunternehmen reduzieren Emissionen

Hamburger Logistikunternehmen reduzieren Emissionen

Mangelnde Versorgungsinfrastruktur hemmt Unternehmen bei der Umsetzung

Hamburg, 13. September 2018 – Hamburger Logistikunternehmen tragen umfangreich zur Reduzierung von Emissionen bei. Drei Viertel der im aktuellen Hamburger Logistikbarometer befragten Unternehmen haben konkrete Maßnahmen ergriffen, um Transportemissionen zu reduzieren und Logistikleistungen umweltschonender zu erbringen. Auch kleine und mittlere Unternehmen setzen sich dafür ein, wie der Logistiker Dirk Asmus zeigt. Er setzt auf alternative Antriebe. Wo dieses wirtschaftlich noch nicht erschwinglich ist, geht Asmus mit den herkömmlichen Kraftstoffen so sparsam wie möglich um.

„Wir setzen bei den schweren Nutzfahrzeugen ausschließlich Euro-6-Fahrzeuge ein. Durch Fahrerschulung und Tourenoptimierung versuchen wir Kraftstoffe einzusparen“, sagt Asmus, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr der Handelskammer ist. „Alle PKW haben wir auf Elektro-Antrieb umgestellt. Den dafür benötigten Fahrstrom erzeugen wir mit unserer Photovoltaik-Anlage oder kaufen Windstrom zu.“ Asmus gehört damit zu dem Drittel der befragten Logistikunternehmen, die zur Emissionsreduktion auf alternative Antriebe und Treibstoffe wie etwa Elektromobilität, Flüssigerdgas oder Wasserstoff setzen.

Auch eine effizientere Auslastung des Laderaums hilft dabei, Emissionen einzusparen. Hierzu werden zum Beispiel internetbasierte Fracht- und Laderaumbörsen genutzt. „Knapp 23 Prozent setzen auf diese Form der Emissionsreduktion, die zugleich auch die Kostenseite entlastet“, kommentiert Christian Koopmann, Plenarmitglied und Vorsitzender des Verbandes Hamburger und Bremer Schiffsmakler e.V., die repräsentativen Umfrageergebnisse.

Lediglich ein Viertel der befragten Logistikunternehmen verfolge aktuell keine konkreten Aktivitäten zur Emissionsreduktion, wobei darunter auch Betriebe ohne eigenen Fuhrpark seien. Gründe für die Aktivitäten der Hamburger Logistiker zur Emissionsreduktion sind unter anderem die veränderten Rahmenbedingungen, wie etwa Durchfahrtsbeschränkungen für ältere Diesel-Fahrzeuge. „Die Logistikbranche setzt nicht nur aufgrund gesetzlicher Vorgaben, sondern auch mit Blick auf Einsparpotenziale und Kundenwünsche auf effizientere und umweltschonende Antriebe“, sagt Willem van der Schalk, Vorsitzer des Verein Hamburger Spediteure.

Bei ihren Aktivitäten zur Emissionsreduktion sehen sich viele Unternehmen jedoch mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. „Vor allem hohe Anschaffungskosten, eine mangelnde Versorgungsinfrastruktur sowie eine zu geringe Angebotspalette werden als Hemmnisse genannt“, erläutert Prof. Dr. Peer Witten, Vorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg. „Insbesondere für den breiten Einsatz von alternativen Antrieben und Treibstoffen benötigen die Unternehmen gesetzliche Rahmenbedingungen, welche ihnen Investitions- und Planungssicherheit geben“, ergänzt Frank Wylezol, Geschäftsführer des Verbandes Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg.

Das Hamburger Logistikbarometer wird von der Handelskammer Hamburg, der Logistik-Initiative Hamburg e.V., dem Verband Hamburger und Bremer Schiffsmakler e.V., dem Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. sowie dem Verein Hamburger Spediteure e.V. jährlich für das zweite Quartal durchgeführt.

Bild: Handelskammer Hamburg © Handelskammer Hamburg/Daniel Sumesgutner