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25. Internationales Filmfest Oldenburg

25. Internationales Filmfest Oldenburg

»UNFORGIVEN« von Sarik Andreasyan

eröffnet am 12. September das 25. Internationale Filmfest Oldenburg Mit der Europapremiere der russischen Produktion »UNFORGIVEN« wird erstmal in der nunmehr 25-jährigen Geschichte kein deutscher Film das Festival eröffnen. Ein Stück jüngerer deutscher Geschichte bildet den Hintergrund des Films. Russlands Regiestar Sarik Andreasyan erzählt die zutiefst traumatische, wahre Geschichte des Osseten Vitaliy Kaloev, der bei der Flugzeugkatastrophe von Überlingen seine komplette Familie verliert.

Russlands Regiestar Sarik Andreasyan erzählt die zutiefst traumatische, wahre Geschichte des Osseten Vitaliy Kaloev, der bei der Flugzeugkatastrophe von Überlingen seine komplette Familie verliert. Der Schmerz darüber und die Ohnmacht angesichts der Abwesenheit von Empathie und Reue der Verantwortlichen führt in eine zweite, menschliche Katastrophe. Nachdem Andreasyan mit »Guardians« Russlands Antwort auf die Marvel Superheldenfilme auf die Leinwand gebracht hat, zeigt er sich in »Unforgiven« als Virtuose des Schauspielerkinos ohne Scheu vor überlebensgroßen Emotionen.

Historische Fakten stehen im Mittelpunkt des Films, der eine Geschichte erzählt, die in den 2000er Jahren medial sehr genau und umfassend begleitet wurde. Nach der Flugzeugkatastrophe von Überlingen, der aufgrund einer Verkettung von Fehlern, Unaufmerksamkeiten und technischen Problemen im Jahre 2002 über dem Bodensee 71 Menschen, darunter 49 russische Kinder zum Opfer fielen, bahnt sich eine weitere, menschliche Katastrophe an, die Andreasyans Film zu einem intensiven, bewegenden und visuell mitreißenden Stück Kino verarbeitet. Der ossetische Architekt Vitaliy Kaloev macht in dem Schweizer Fluglotsen Peter Nielsen den Verantwortlichen der Tragödie aus. Aus Verzweiflung über die Kälte der an der Katastrophe beteiligten Firmen, die in gegenseitigen Schuldzuweisungen die menschliche Komponente völlig aus den Augen verlieren, sucht er 2004 Nielsen auf und ersticht ihn. Mit Dmitriy Nagiev steht einer der größten russischen Stars vor der Kamera und gibt in der Rolle des Vitaliy Kaloev eine unvergessliche Performance.

Sarik Andreasyan ist ein Phänomen nicht nur des russischen Kinos. Mit gerade mal 29 zählte er zu den drei erfolgreichsten russischen Regisseuren aller Zeiten. 2012 drehte er mit »American Heist« seinen ersten US-Film, sein Drama »Earthquake« (2016) war Armenien Oscareinreichung und 2017 brachte er mit »Guardians« die russische Antwort auf die Marvel Superheldenfilme auf die Leinwand, die auch hierzulande im Kino zu sehen war.

»Unforgiven« wird in Oldenburg mit deutschen Untertiteln präsentiert, die vom Partner des Festivals, Alias Film und Sprachtransfer, erstellt werden. Der Film ist eine Produktion der Big Cinema House, die in Oldenburg nach den Aufführungen beim Shanghai International Film Festival und dem Filmfest in Moskau seine europäische Premiere feiern wird.

Am Mittwoch, den 12. September eröffnet »UNFORGIVEN« ab 19:00 Uhr das 25. Internationale Filmfest Oldenburg mit einer feierlichen Galapremiere in Anwesenheit von Regisseur Sarik Andreasyan, Produzent Lenny Levi und weiteren Mitgliedern aus Cast und Crew.

Die Eröffnungsgala wird in diesem Jahr erstmalig in der Kongresshalle der Weser Ems Hallen stattfinden.

Bild: UNFORGIVEN – Filmfest Oldenburg © Filmfest Oldenburg