HLR-Aktuell

Die neue Fahrradklaukarte für Hamburg

Die neue Fahrradklaukarte für Hamburg

Hamburg – Die Eimsbütteler Nachrichten werden sich bis Ende Oktober dem von Google geförderten Urban Storytelling Lab (USL) an der Hamburg Media School (HMS) anschließen. In Kooperation mit der Softwareagentur We-Build.City und dem Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen (ZeMKI) werden zum Thema Fahrraddiebstahl neue Recherchemethoden in den Redaktionsalltag integriert und innovative Erzähl- und Darstellungstechniken ausprobiert.

In Zeiten der Mobilitätswende ist Fahrraddiebstahl in Hamburg ein anhaltendes Problem, das mit einer Aufklärungsquote von 3,3 Prozent (Stand 2017) kaum gelöst werden kann. Aus der polizeilichen Kriminalstatistik des vergangenen Jahres geht hervor, dass hamburgweit 14.506 Fahrräder gestohlen wurden. Es ist kaum vorstellbar, dass durchschnittlich knapp 40 Fahrräder am Tag unfreiwillig den Besitzer wechseln. Und das sind nur die offiziellen Zahlen der Polizei, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Fahrradklaukarte, auf der Betroffene ihre gestohlenen Fahrräder eintragen können. Die geobasierten Daten werden anschließend mit einer eigens entwickelten Software ausgewertet. Abgefragt werden Informationen zum Diebstahl, Fahrrad, Schloss, Versicherung und strafrechtlicher Anzeige. In begleitenden Hintergrundartikeln werden die Eimsbütteler Nachrichten die nächsten Monate über das Thema Fahrradiebstahl aufklären. Darin wird es auch um die Analyse von Nutzerdaten und die daraus resultierenden Geschichten gehen. Es bleibt zu hoffen, dass durch die Zusammenarbeit zukünftige Fahrraddiebstähle verhindert werden und andere Redaktionen sich dem Thema anschließen.

Prof. Dr. Stephan Weichert (Hamburg Media School): „Wir setzen mit dem Projekt auf neue Erzählformate, die das bürgerschaftliche Engagement fördern und dabei helfen, die Partizipation in gesellschaftlichen Prozessen zu vereinfachen, idealerweise zu verbessern.“

Timo Lundelius (Geschäftsführer We-Build.City): „Unser Ziel ist, Bürgerjournalismus und digitale Demokratie besser miteinander zu verbinden. Mit Hilfe des digitalen Helfers ‚Storypart’ wollen wir Redaktionen mehr Übersicht über Bürger-Content verschaffen und Aufwände senken.“

Jan Hildebrandt (Geschäftsführer Eimsbütteler Nachrichten): „Für uns bedeutet Journalismus schon immer, im Dialog mit unseren Lesern zu stehen. Wir freuen uns, mit ‚Storypart’ jetzt noch stärker auf Bürgerbeteiligung setzen zu können und dabei neue journalistische Wege zu gehen.“

Bild: Fahrradklau © Eimsbütteler Nachrichten