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Hamburger Tierschutzverein nimmt vernachlässigte Ponys auf

Hamburger Tierschutzverein nimmt vernachlässigte Ponys auf

Ungewöhnliche Gäste im Tierheim Süderstraße: Vier Shetlandponys, die vom Veterinäramt wegen schlechter Haltung sichergestellt wurden, hat der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV) aufgenommen. Wir suchen nun Patinnen und Paten oder gleich ein artgemäßes und liebevolles Zuhause für die Kleinpferde.

Hengst Rocky, Hengst Ringo, Wallach Krümel und Wallach Muck kamen Ende Juni 2018 in unser Tierheim. Leider starb Muck kurz nach der Ankunft. Der dreifarbige Rocky ist etwa 10 Jahre alt, Braunschecke Ringo etwa 4 Jahre und Fuchs Krümel schon 20 Jahre. Der bisherige Halter war über eine längere Zeit mit der Betreuung der Tiere überfordert, sodass die Behörde einschreiten musste.

Der Hamburger Tierschutzverein möchte den Ponys nun das bestmögliche Leben ermöglichen. Wir wissen allerdings, dass es schwierig ist, für Ponys eine artgemäße und fürsorgliche Unterkunft zu finden. Die Tiere werden viel zu viel gezüchtet – und entsprechend oft von ihren Haltern auch wieder abgestoßen. Die Gründe sind vielfältig: Privatleute schaffen sich die kleinen Pferde für ihre Kinder an. Sind diese dann größer, sind die Ponys zu klein und werden weiterverkauft. „Wir wollen nicht, dass die Ponys, die wir aufgenommen haben, menschlichen Nutzungsinteressen dienen müssen“, sagt Sandra Gulla, 1. Vorsitzende vom HTV. „Deswegen werden wir die Tiere nicht an Reitschulen oder andere kommerzielle Tiernutzer abgeben.“ Der Hamburger Tierschutzverein setzt damit konsequent seine Linie fort, jedes Tier, das in Not geraten ist, aufzunehmen und gleichzeitig gegen jede Form von Tiermissbrauch einzutreten. Deswegen unterstützen wir auch in diesem Jahr wieder die Proteste gegen das Ponykarussell auf dem Hamburger Dom.

Bei den drei von uns aufgenommenen Ponys stellt sich der Hamburger Tierschutzverein darauf ein, den Tieren über eine längere Zeit eine bestmögliche Obhut geben zu müssen. Und aufgrund der bisherigen Vernachlässigung, ist auch der Pflegeaufwand für die Tiere höher. Deswegen suchen wir jetzt Hamburger Tierfreundinnen und Tierfreunde, die uns bei der Betreuung der Ponys unterstützen: Mit einer Patenschaft (ab 20 Euro im Monat pro Tier) für eines oder jedes der Ponys ist das ganz einfach möglich. Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Shetlandponys sind sehr soziale Tiere – sie sollten keinesfalls alleine, sondern mit einer festen Rangordnung in Gruppen von bis zu zwölf Tieren leben. Genügend Bewegungsraum ist für die Fluchttiere dabei von großer Bedeutung. Wir empfehlen bei der Haltung von zwei Ponys eine Fläche von einem Hektar, welche ihnen ebenfalls genügend Abwechslung bietet. Bis zu 16 Stunden am Tag sind diese Huftiere in Bewegung und verbringen somit viel Zeit auf der Weide. Trotzdem benötigen sie zusätzlich witterungsgeschützte Außenboxen mit offenen Fenstern, die Frischluft und viel Tageslicht garantieren. Auch eine regelmäßige Huf- und Fellpflege ist ein Muss. So Sandra Gulla, 1. Vorsitzende vom HTV.

Bild: Die Shetlandponys Ringo (l.) und Krümel leben jetzt im Tierheim Süderstraße – Hamburger Tierschutzverein © Marius Röer