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Akademie Mode & Design Hamburg präsentiert Mode im Internationalen Maritimen Museum

Akademie Mode & Design Hamburg präsentiert Mode im Internationalen Maritimen Museum

Mit der Super-Modenschau von Karl Lagerfeld in der Elbphilharmonie ist sie sicher nicht zu vergleichen. Aber in der Originalität der Kreationen und der Wahl der Location steht die Modenschau der AMD Akademie Mode und Design Hamburg dem Altmeister wenig nach. Das Internationale Maritime Museum, nur wenige hundert Meter von der Elphi entfernt, haben sich die Akteure für ihre Ausstellung (bis Ende August) ausgewählt. Und dabei geht es um mehr als nur den Rahmen für die „Haute Couture“ der Studierenden.

Denn einige Exponate der weltweit größten maritimen Privatsammlung von Prof. Peter Tamm und im Museum gezeigte Handwerkstechniken standen Pate bei der Inspiration für die Mode und die Inszenierung des Projekts mit dem Namen Kulturerbe & Mode; Urban Craft Couture.

Interdisziplinäres Projekt von Mode und Raumkonzept

14 Studierende des 4. Semesters des Studiengangs Mode Design (B.A.) entwarfen Kleider und realisierten sie in Zusammenarbeit mit dem Direktricen-Lehrgang der AMD Hamburg. Das Konzept für die begleitende Ausstellung, mit einem Modul zur Präsentation der entstandenen Outfits erarbeiteten Studierende aus den Studiengängen Raumkonzept und Design (B.A.), Mode Design (B.A.) und Mode- und Designmanagement (B.A.) im Lehrgebiet „Mediale Raumgestaltung“.

Die Idee für die wohl einmalige Kooperation stammt von Birgit Altendeitering-Tiggemann. Die Hamburger Diplom-Modedesignerin ist seit fast einem Jahrzehnt freie Dozentin an der AMD Akademie Mode & Design. Maritime Exponate verbunden mit traditioneller Handwerkstechnik haben sie dazu angeregt, das Kulturerbe und zeitgenössisches Modedesign zu verbinden. Neun historische Bildteppiche mit maritimem Hintergrund, handgewebt von der Lübecker Bildweberin Hildegard Osten und weitere maritime, handwerklich geprägte Exponate waren die Inspiration für diese Modekollektion. Diese Teppiche lagerten, all die Jahre äußerst fachkundig und liebevoll gepflegt von BSH-Mitarbeiter Reimund Ludwig, im Geschichts-Archiv des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg. Sie werden künftig ihren Platz als Dauerleihgabe im Internationalen Maritimen Museum finden.

Doch nicht nur diese, sondern auch weitere handwerklich geprägte Exponate aus den Bereichen Schiffsbau, Web- und Knotentechnik und historische Uniformen lagen in diesem Gestaltungsprozess besonders im Fokus.

Ungewöhnliche Kreationen

„Entstanden ist ein ›Crossing‹, eine inspirierende Verbindung zwischen ursprünglich getrennten Phänomenen. Die jungen AMD-Mode Designer-Innen geben ihre Idee, sie verleihen der Inspiration die Form und legen sie dem Menschen auf den Leib. Traditionelle maritime Handwerkstech¬ni¬ken werden auf Kleider übersetzt und ergeben einen exklusiven Look. Das Ergebnis sind ganz besondere Kleider-Unikate“, erläutert Susanne Müller-Elsner, Prof. Dipl. Des. (FH), Studiendekanin der Akademie Mode & Design, die das Design in diesem Projekt betreut hat.

Die Ausstellung findet noch bis Ende August im Internationalem Maritimen Museum, Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg statt.Der Katalog des Projektes, “Kulturerbe und Mode – Maritimes Kulturerbe modern interpretiert” (Birgit Altendeitering-Tiggemann) ist im Koehler Verlag verlegt worden. Die Ausstellung wird in der öffentlich zugänglichen Fleet Lounge im Foyer des Maritimen Museum gezeigt.

PISCATOR FEROX
(der wilde Fischer) »
Während einem der stürmische Wind des offenen Meeres entgegenpeitscht, man die salzige Luft förmlich schmecken kann und die ersten Sonnenstrahlen gerade am Horizont erscheinen, fahren die Fischer mit ihren Kuttern hinaus.
Diese Szene dient als Inspiration für mein Kleid so Nicoline Seemann.

Die breiten Kordeln, die zu einem Netz zusammengeknüpft wurden, symbolisieren das Handwerk des Fischers. Das Netz, das zum einen die Fischerei auszeichnet, symbolisiert zum anderen auch die Freiheit des Wassers, denn der Fisch bleibt gefangen, während das Meer entflieht. Die weit geschnittenen Ärmel, in denen sich der Wind fängt, erinnern an die Segel der Schiffe mit ihrem robusten Material. In meinem Entwurf vermischt sich die Eleganz und die Geschmeidigkeit des Netzes mit der Rauheit des Stoffes so wie sich der Wind im Wechselspiel mit dem Meer befindet.

Bild: PISCATOR FEROX – Model: Stephanie Groll from MD Management © Foto: Cora Neumüller – Internationales Maritimes Museum Hamburg