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Polnischer Jazzmusiker Tomasz Stańko gestorben

Polnischer Jazzmusiker Tomasz Stańko gestorben

Der am 11.Juli 1942 geborene polnische Jazzmusiker verstarb am 29. Juli 2018 in Warschau. Stańko war ein herausragender europäischer Jazzmusker. Auf der Trompete hat er einen völlig eigenständigen Sound entwickelt. Sein dunkler, hintergründige Ton brachte ihm die Bezeichnung „Edgar Allan Poe der Trompete“ ein. Sein Spiel auf der Trompete war eine Antwort auf den Free Jazz der amerikanischen Szene.

Stańko nahm fast vierzig Alben auf. In den 1990er Jahren begann eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Label ECM in München. Er schrieb viele Filmmusiken, wofür er auch mehrmals für den polnischen Filmpreis nominiert wurde. 2005 komponierte er die Musik zur Eröffnung des Museums zum  Warschauer Aufstand 1944 und veröffentlichte die Musik auf der CD Freedom.

Der Jazz-Papst Joachim-Ernst Berendt nannte ihn den „weißen Ornette Coleman“, was der Künstler aber nicht gerne hörte.

Für die preisgekrönte US-amerikanische TV-Serie Homeland wählte man Tomasz Stańkos Stück Terminal 7 aus dem Stańko-Album Dark Eyes von 2009 als Teil der Hintergrundmusik.

Unser Musikredakteur Peter Maiwald würdigt den Ausnahme-Künstler in seiner Sendung JAZZWORLD am Freitag, 03. August um 21.00 Uhr. Die Sendung wird am Sonntag, 05. August um 18.00 Uhr wiederholt.

Bild: Tomasz Stańko bei einem benefit concert in Warschau im November 2010 © Henryk Kotowski